Bericht Pfarreireise 2021 vom Samstag 9. Oktober bis Mittwoch 13.Oktober

Die diesjährige Pfarreireise führte uns in den Jura durch die Kantone Baselland, Solothurn, Jura, Neuenburg und Waadt. Die Reisegruppe mit 27 Teilnehmenden deckte mehrere Generationen ab. Der jüngste Mitreisende war 13 Jahre alt, der Älteste 89. Den Umständen der Zeit geschuldet, wurde die diesjährige Pfarreireise als 2G-Reise (nur Covid-19 Geimpfte und Genesene) durchgeführt. Dies tat aber der guten Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil, es ermöglichte uns eine entspannte Zeit in gut gelaunter Gemeinschaft.

Am Samstag früh verluden wir das Gepäck und bestiegen den von Toni Schelbert von Drusberg Reisen – uns schon von vergangenen Pfarreireisen bekannt – gesteuerten Bus. In Reinach gab es den ersten Halt mit Kaffee und Gipfeli im Café Buchmann. Bald darauf trafen wir im Kloster Mariastein ein, wo uns Pater Ludwig zur Klosterführung begrüsste. Er freue sich, dass wir nach Mariastein gekommen seien und nicht seine Konkurrenz in Einsiedeln berücksichtigt hätten, das uns Zürchern ja eigentlich näher läge. Er führte uns über eine lange Treppe in die tief im Felsen gelegene Marienkapelle und erzählte uns die Gründungslegende des Klosters. Ein Knabe sei beim Spielen in die Schlucht gefallen und, von der Gottesmutter Maria aufgefangen, unverletzt geblieben. Laut Pater Ludwig könne man diese Legende glauben oder auch nicht – aber man könne sich auch in anderen schwierigen Situationen stets von der Mutter Gottes auffangen lassen. Entlang des sehr langen Gangs und der Treppe zur Kapelle haben uns die zahllosen an den Wänden angebrachten Votivtafeln sehr beeindruckt. Ausserdem zeigte er uns die Kirche und den Kreuzgang des Klosters, das erst seit 1971 wieder als Kloster genutzt wird.

Nach einem kleinen Rundgang durch den Klosterladen fuhren wir über die landschaftlich sehr schöne Panoramastrasse nach Porrentruy. Hier bekam jeder ein Lunchpaket ausgehändigt und wir erkundeten individuell die Stadt im strahlenden Sonnenschein. Am späteren Nachmittag wurden wir zum Hotel in Saignelégier gebracht, wo wir die Zeit bis zum gemeinsamen Abendessen mit Schwimmen, Wellnessen, Spazieren gehen, Ausruhen oder einem kleinen Apéro im Städtchen verbrachten. Nach dem gemeinsamen Abendessen liessen wir den Tag gemütlich ausklingen.

Nach einem frühen Frühstück ging es am Sonntag auf der Hochebene mystisch abwechselnd durch Nebel und Sonne hinunter ins neblige Saint-Ursanne. In der Stiftskirche durften wir mit Marcel von Holzen und unserem mitreisenden Ministranten Aaron unseren eigenen Gottesdienst feiern. Nach einem missglückten gemeinsamen Kanon stellten die Chormitglieder das musikalische Wohlgefühl wieder her – mit dem vierstimmigen «Notre Père» von Maurice Duruflé, zuerst in der Krypta und anschliessend nochmals in der Kirche. Danach machten wir uns auf den Weg zum individuellen Stadtrundgang mit Besuch der Ursinusgrotte über dem inzwischen sonnenbeschienenen Städtchen. Einige fanden auch eine sonnige Terrasse, wo ein Gläschen Wein ausgeschenkt wurde.

Nach einer kurzen Busfahrt zurück auf die Hochebene wartete im Restaurant Guillaume Tell in Les Reussilles ein aussergewöhnliches Mittagessen auf uns: Salat, gegrilltes Rind- und Pferdefleisch, sehr leckere Bratwürste und Pommes frites à discretion. Das Ganze begleitet von einem süffigen Rosé. Den krönenden Abschluss bildete eine bombastische Eisbombe, eine Kreation des Chefs, der auch schon den Grill bedient hatte und später noch als Kutscher zum Einsatz kam. Während die Bewegungshungrigen vorbei am Etang de Gruère zurück zum Hotel nach Saignelégier wanderten, durfte der Rest eine rasante Kutschfahrt geniessen. Nach dem gemeinsamen Abendessen fielen wir angenehm müde ins Bett.

Am Montag verliessen wir mit Sack und Pack das Sporthotel Cristal und fuhren in die Uhrenstadt La Chaux-de-Fonds, eine der höchstgelegenen grösseren Städte Europas. Bei einem Film im Ortsmuseum lernten wir die Geschichte der Stadt kennen und erfuhren, warum sie schachbrettartig ausgerichtet wurde. Nach einem Brand konnte die Stadt ganz nach den Bedürfnissen der Uhrenmanufakturen wieder neu aufgebaut werden. Diese benötigten vor allem Licht in den über die ganze Stadt verteilten Ateliers. Zeitweise seien mehr als 50% der weltweit hergestellten Uhren aus La Chaux-de-Fonds gekommen. Wegen der Lage auf rund 1000 Metern kämpften die Einwohner im Winter häufig mit dem Schnee, der die Transportwege für die Uhrenteile blockierte. Mit der Erfindung der Quarzuhr verlor La Chaux-de-Fonds an Bedeutung. Vom vergangenen Glanz zeugen noch heute die Jugendstilbauten und die Hauptstrasse Avenue Leopold Robert, länger und breiter als die  Champs Elysées in Paris, die wir bei einer Stadtführung erleben durften. Danach kehrten wir in einem netten kleinen Restaurant namens Chez Gilles ein. Das Mittagessen war ausserordentlich gut. Unvergessen bleibt uns aber vor allem das Dessert, das Parfait mit einem ordentlichen Schuss Absinthe.

Nächster Punkt auf dem Programm war eine Schiffahrt auf dem Doubs und die Besichtigung des Wasserfalls. Für die nimmermüden Wanderer war der Rückweg zu Fuss die erste Wahl, während die andere Hälfte der Gruppe die gemütliche Rückfahrt mit dem Schiff genoss. Wiedervereint im Bus fuhren wir dann nach Le Pont weiter, wo wir im Hotel Le Truite, direkt am Ufer des Lac de Joux, unsere Zimmer bezogen und ein schönes Abendessen serviert bekamen.

Der Dienstag brachte uns einen leicht nebelverhangenen See, an dessen Ufer wir entlang wanderten zur Kirche L’Abbaye du Lac de Joux, ein früheres Kloster. Dort hielten wir eine Morgenandacht ab, bei der auch die mitreisenden Chormitglieder ein weiteres Mal «Notre Père» erschallen liessen. Den restlichen inzwischen sonnigen Vormittag bestritten wir auf verschiedenen Wegen mit unseren Lunchpaketen. Zum Beispiel auf dem Meditationsweg, auf einer Wanderung um den Lac de Brenets oder direkt mit dem einen oder anderen Gläschen Chasselas auf der Hotelterrasse.

Am frühen Nachmittag ging es per Bus weiter Richtung Yverdon-les-Bains. Hier teilte sich die Gruppe in die kulturbeflissenen Museumsbesucher, die das Museum Espace Jules Verne Maison d’Ailleurs besuchten und die als Bibelgruppe Getarnten, die den Weinkeller Cave des 13 Coteaux heimsuchten, wo sie einige sehr feine Weine verkosten und für schöne Erinnerungsabende daheim bestellen konnten. Nach der geglückten Wiederzusammenführung beider Gruppen wurden wir zum Hotel zurück chauffiert, wo das Abendessen auf uns wartete. Auch am letzten Abend waren alle nach einem wieder sehr abwechslungsreichen und interessanten Tag rechtschaffen müde und gingen bald ins Bett.

Am Mittwoch packten wir die Koffer zur Heimreise und fuhren zuerst nach Vallorbe zur Besichtigung der Grottes de Vallorbe. Die 6 km von der französischen Grenze gelegenen Grotten von Vallorbe sind die grössten Tropfsteinhöhlen der Schweiz. Das vom Wasser des Flusses Orbe geformte unterirdische Höhlensystem mit Stalaktiten, Stalagmiten und Kalksteinsäulen, die mit einem ausgeklügelten Beleuchtungssystem in Szene gesetzt werden, zählt zu den schönsten Tropfsteinhöhlen Europas und der Schweiz, wie uns ein netter Herr mit oberwalliser Dialekt auf einem ausgiebigen Rundgang erklärte.

Zum Mittagessen kehrten wir im Weingut Bonvillars am Lac de Neuchâtel ein. Zu Käse, Speck, Salami und Brot gab es verschiedene Weine aus der Kellerei zu probieren und zu bestellen. Nach einem Gruppenfoto an einem schönen Ort neben der Autobahn liessen wir uns weinselig und zufrieden durch einen hartnäckigen Stau bei Önsingen nach Höngg zurück bringen.

Wie immer war die Reise bestens organisiert.

Für die Organisation danken wir Dirk Hosenfeld, Robert Zurbriggen, Jaqueline Züger, Monika Bauer und Marcel von Holzen.

Gruppenfoto

Zurück