Wellen, Wind und gute Atmosphäre

Mittwoch, 30. Aug. 2017
Höngger Jugendliche segeln im Wattenmeer

16 Jugendliche der Pfarrei Heilig Geist erlebten vom 12.-19. August eine unvergessliche Segelwoche in Holland.

Schon im letzten Jahr waren viele der Teilnehmenden auf „grosser Fahrt“ mit einem Segelschiff durch Ijssel- und Wattenmeer.
Sie wussten also einerseits, worauf sie sich eingelassen hatten, nämlich gemeinsam einen über 100jährigen Zweimaster zu segeln,
und dabei die Anweisungen von Skipper und Maat möglichst schnell und genau auszuführen. Und ausserdem, alles selbst zu erledigen,
was sonst nötig ist, damit eine Gruppe von gut 20 Menschen eine Woche lang auf einem Schiff leben kann: einkaufen, kochen,
abwaschen, putzen.

Natur erleben – Genuss und Anstrengung

Schon am ersten Tag deutete sich an, dass bei diesem Segeltörn Wind und Wellen sich stärker bemerkbar machen würden als im
letzten Jahr: ein recht starker Wind von bis zu Windstärke 6 trieb das Schiff mit im Schnitt über 7 Knoten an, sodass das
Ijsselmeer locker an einem Nachmittag durchquert werden konnte. Zum Glück ermöglichten die nächsten beiden Tage den
Sonnenanbetern sogar, an Deck zu „sünnele“ und vor dem „Trockenfallen“ während der Ebbe noch bei ruhiger See zu baden.
Später forderte zunehmend regnerisches und stürmisches Wetter dann Skipper und Crew einiges ab, und der Seegang bescherte
nicht nur tolle Videos, sondern eben auch komplett durchnässte Kleider und bei einigen auch Seekrankheit.
Am eigenen Leib konnten die Jugendlichen spüren, wie sehr Menschen früher der Natur ausgeliefert waren, und wie sich das
Geniessen der Weite und Schönheit des Meeres mit Gefahren und Strapazen abwechseln konnten.

Teamwork und Teamgeist

Stärkt es den Teamgeist, eine Woche zusammenarbeiten zu müssen und auf engem Raum „zusammengepfercht“ zu sein?
Oder geht so etwas umgekehrt wohl nur gut, wenn schon vorher ein guter Zusammenhalt, Teamgeist vorhanden ist?  
Beides stimmt wohl. Jedenfalls brauchte es ein paar Segelmanöver, bis alle die fremden Ausdrücke wie Backstag,
Schot, Fock, Dirk usw. den richtigen Gegenständen zuordnen konnten und wussten, was ein Kommando bedeutete und
was sie wann zu tun hatten, ob an der Schot, an den Tauen oder der Schwertkurbel. Doch am Schluss der Woche waren
das Zusammenspiel zwischen Skipper, Maat und Crew und auch der Teamgeist so entwickelt, dass auch bei schwerem Wetter
richtig gesegelt werden konnte und jeder dort aushalf, wo es gerade nötig war. Gerade damit zeigten sich alle besonders
zufrieden: „Man fühlt sich so nützlich, und es ist richtig toll, wie wir als Team voll funktioniert haben“, hiess es.
Das galt auch für die „Ämtli“, und war spürbar am Ergebnis: feinem Essen und einem ziemlich sauberen, aufgeräumten Schiff.

Tolles Erlebnis

Aber neben dem Segeln blieb immer genug Zeit für gute Gespräche, Musik hören, zusammen „Werwölfle“ oder anderes zu spielen und
für die allabendlichen Erkundungsgänge durch Watt und Dünen oder die schönen Hafenorte. Was – ausser schönen Bildern, Videos
und Erinnerungen – bleibt, ist die spürbare Gemeinschaft, in der man auch auf die Leute zuging, die nicht die besten Freunde
waren. Vielleicht bleiben sogar tiefere Freundschaften, und die Erfahrung, dass man „Grosses“ nur gemeinsam erreichen kann.
 
Dafür dankten alle Teilnehmenden Skipper Roman und dem Leitungsteam der Pfarrei, André Bürkler, Chiara Corina und Matthias Braun,
sehr herzlich. Einige verabschiedeten sich mit dem festen Vorsatz: „Nächstes Jahr bin ich wieder dabei!“      

Matthias Braun