Interview mit Jason Santer, Schweizergardist

Mittwoch, 11. Okt. 2017
Interview mit Jason Santer

1.)    Wie hast Du Dich in Rom seit Deiner Ankunft eingelebt?

Vor fast vier Monaten bin ich nach Rom gereist, seit dem ersten Tag habe ich viel erlebt und auch viel gesehen. Die Kameradschaft in der Garde ist sehr gut; so habe ich schnell Anschluss gefunden und mich sehr gut eingelebt.

2.)    Was waren in dieser Zeit die schwierigsten Erfahrungen bzw. die schönsten Aufsteller?

Der Dienst ist zwar streng, nicht zuletzt auch wegen der Hitze, die zeitweise recht zusetzt, aber schöne Erlebnisse habe eigentlich täglich im Dienst. Mit den Touristen an den Eingängen, mit den Mitarbeitern im Vatikan und anderswo erlebt man täglich schöne und lehrreiche Dinge. Die grösste Herausforderung  ist die Schildwache natürlich, bei welcher man zwei Stunden stillstehen muss; es ist zwar anstrengend aber auch ein sehr schöner und ehrenvoller Dienst.

3.)    Wie streng ist die Ausbildung? Mehr Theorie oder Praxis?

Die Ausbildung im Juni war sehr spannend. Wir hatten nicht nur Exerzieren, sondern auch viel Italienisch, da die Sprache natürlich sehr wichtig ist im Dienst (Kontakt mit den Mitarbeitern und Touristen hier im Vatikan oder generell in Rom). Zudem hatten wir auch Orts- und Personenkenntnis zu erwerben, damit wir wissen, wie unsere Umgebung aussieht und welche Personen im Vatikan am wichtigsten sind.
Die Ausbildung in Isone - vier Wochen - werden wir im Oktober/November mit den neuen Rekruten absolvieren, welche anfangs Oktober nach Rom reisen.

4.)    Wie sieht Dein Tagesablauf aus?

Wenn ich Dienst habe, arbeite ich entweder am Morgen oder Nachmittag. Am Mittwoch, wenn die Audienz ist, oder wenn ein Mitglied einer Regierung zum Heiligen Stuhl reist und wir das Ehrenpikett stellen dürfen, kann es auch sein, dass man am Morgen und Nachmittag arbeitet. Diese Dienste sind jedoch sehr schön, da man vor allem mittendrinnen sein darf.
An den freien Tagen unternehme ich oft etwas mit anderen Gardisten. Am Anfang haben wir vor allem Rom erkundet. Am Meer war ich auch schon ein paar Mal. Zum Lago Albano, beim Castel Gandolfo, habe ich auch einen Ausflug unternommen - eine sehr schöne Umgebung.
Der Ausgang am Abend darf natürlich auch nicht fehlen, um auch Kontakte ausserhalb der Garde zu knüpfen und den Freundeskreis auch international zu erweitern.

5.)    Ist die Uniform angenehm zu tragen, oder schwer oder kratzig?

Die Uniform, wie wir sie heute Tragen, wurde von Jules Repond im Jahre 1914 entworfen. Die Uniform ist sehr angenehm zu tragen, auch dadurch, dass jede Uniform massgeschneidert ist.

6.)    Was macht Dir in der Garde am meisten Freude? Hast du das Gefühl dich für das Richtige entschieden zu haben?

Vom Dienst bis hin zur Freizeit macht mir alles Freude - es ist ein ehrenvolle Aufgabe, welche ich hier im Vatikan, bei der Schweizergarde, leisten darf. Es war schon seit früher Kindheit ein Wunsch von mir, der Schweizergarde beizutreten. So bin ich heute sehr stolz darauf, dass ich mein Ziel erreicht habe. Ich habe definitiv das Gefühl, mich für das Richtige entschieden zu haben und freue mich darauf auf das,  was mich in den nächsten zwei Jahren in der Garde alles erwartet…

Hlb Jason Santer