Erstkommunion

Sonntag, 8. Apr. 2018
Erstkommunion in Heilig Geist – auf der Suche nach der „Quelle“

Wo tankt der Mensch Kraft für sein Leben? Ist er vollends glücklich, wenn er alle materiellen Güter zur Verfügung hat und aus vielen Unterhaltungsangeboten sich sein rein individuelles Spass-Programm zusammenstellen kann? Glück und Erfüllung ist weder käuflich noch einfach machbar. Wer sich auf die Suche nach solchen Erfahrungen macht, entdeckt diese vielmehr in der bewussten Begegnung mit der Umwelt: mit anderen Menschen und der ganzen Schöpfung. Auf diese Weise entsteht eine „communio“, eine Gemeinschaft, in der etwas vom göttlichen Geheimnis erlebbar wird. Davon handelten die Erstkommunionfeiern vom 8. April.
„Das Wasser ist ein Symbol für das Leben mit all seinen Erfahrungen von Freud und Leid. Nachdem sie durch die vielen Schichten und Jahre der biblischen Geschichten gesickert sind, tritt dieses Leben in der Gestalt und in der Botschaft Jesu als klares Quellwasser wieder ans Tageslicht – so können wir Jesus selber als Quelle verstehen, an der wir unseren Durst nach erfülltem Leben stillen können.“    
Mit diesen Worten fasste Pfarrer Marcel von Holzen in seiner Predigt zusammen, was 41 Erstkommunionkinder im Verlauf der beiden Gottesdienste zum Thema „Jesus – Quelle des Lebens“ an Überlegungen einbrachten. Da hiess es u.a.: „Ohne Wasser wäre unser Land trocken und staubig“ oder „Jesus wusste, dass es ohne Wasser kein Leben auf der Erde geben würde. Deshalb hat er das Wasser oft als Lebenszeichen für uns verwendet."
Seit dem letzten Herbst bereiteten sich die katholischen Höngger Drittklässler auf diesen Festtag vor und vernahmen von ihren Katechetinnen Isabelle Dimitrakis und Bernadette Pichler in den letzten Wochen vieles über die Bedeutung der Mahlgemeinschaft als Inspirationsquelle für das Glaubensleben. Bei aller Wissensvermittlung war und ist es den beiden Frauen wichtig, dass die Kinder im Religionsunterricht eine Atmosphäre erleben, in der sie sich wohlfühlen. „Es ist immer schön zu sehen, wenn wir bei den Kindern die Neugier wecken können, den Fragen des Glaubens auf den Grund zu gehen und - um im Bild des Mottos zu bleiben - zu den Quellen vorzustossen, soweit dies möglich ist“, sagt Isabelle Dimitrakis. Dabei ist ihr klar, dass diese Entdeckungsreise ein Leben lang andauert und sich nicht innerhalb eines Schuljahres erschöpft. Umso schöner sei es, dass es auf diesem Weg immer wieder Etappenziele für die Kinder gibt - wie eben die Erstkommunion.
Das sonnige Wetter trug zur guten Stimmung bei, die das Fest prägte. Die in zwei Gruppen aufgeteilte Kinderschar feierte den Gottesdienst, den sie am Tag zuvor intensiv geprobt hatten, um 9 Uhr resp. um 11 Uhr aufmerksam mit. Sie animierten dabei die vielen Besucherinnen und Besucher, die eingängigen Lieder, dirigiert von der Chorleiterin Renata Jeker und begleitet vom Pianisten Ivan Horvatic, mitzusingen. Nach dem Empfang des eucharistischen Brotes überreichten die Eltern ihren Kindern die selbstgemachten Tonkreuze, die sie nicht nur an diesen besonderen Tag erinnern sollen, sondern ihnen auch zu Wegzeichen werden, die sie immer wieder auf Jesus und seine erfrischende Botschaft verweisen.
Bevor sich aber die Kinder, ihre Familien und die ganze Gemeinde zum nächsten Wegabschnitt aufmachten, gestärkt durch die spirituelle Quelle des Lebens im Gottesdienst, lud der Pfarreiapéro alle Beteiligten ein, gebührend auf das schöne Ereignis anzustossen und diesen Feiertag in guter Stimmung zu geniessen.

Marcel von Holzen, Pfarrer