Erfahrungsbericht zur Fastenwoche

Mittwoch, 21. Mär. 2018
Rückschau auf die ökumenische Fastenwoche vom 5.-10. März 2018 in Heilig Geist: Ein Gespräch

„Und: wie war das Fasten für dich?“
fragte mich jemand, der nicht an der Fastenwoche war. Skeptisch fügte er hinzu:    
       
„Du bist über 80 und hast das erste Mal diese Strap...“    
Halt! Eine Strapaze war es nicht!  Körper und Geist waren gefordert, ganz klar, aber es war ein freiwilliges Experiment, und ich war neugierig auf die Herausforderung.    
 
„Du bist nicht übergewichtig und hast fünf Tage voll gefastet. Wozu eigentlich?“
Ich konnte die Bilder und Berichte der weltweit hungernden Menschen kaum mehr sehen und hören,  ich wollte den Hunger einmal am eigenen Leib erfahren.
Nur: Nichtessen ist noch kein Fasten, wurde mir gesagt, also musste ich mir etwas einfallen lassen, ein Ziel setzen.

„Hm...“

Mit Fasten allein habe ich (noch) keinem andern Menschen geholfen... nur mir selber. Das Fasten hat mich durchlässiger gemacht über mich hinaus. Zuerst habe ich die Haustiere, die nicht mir gehören, aber schon immer in meiner Umgebung leben, anders wahrgenommen, dann die Menschen und schliesslich den Beginn des Frühlings. Da war Freude und Staunen mitten im Fasten...    

„Hm…,  und wie war der Tagesablauf?“
Den Tag hat jeder Teilnehmer für sich gestaltet und sich auf sein persönliches Fasten eingestellt. Die einen gingen ihrer gewohnten Arbeit als Familienfrau oder Berufstätige  
nach, mit wenn möglich etwas reduziertem Pensum. Den Pensionierten war alle Zeit und Freiheit gegönnt. Ich habe diese Auszeit bewusst genossen: den Entzug von Essen mit Schlafen, Nichtstun, Lesen und Spazieren kompensiert.
Abends haben wir uns im Pfarrei-Zentrum Heilig Geist zum Austausch getroffen. Zuerst zu einer  halbstündigen  Meditation und anschliessendem Gespräch zur biblischen Figur der Maria Magdalena. Diese geheimnisvolle und oft falsch interpretierte Frauengestalt hat uns die ganze Woche begleitet. Die  Theologinnen, Pia Föry, Anne-Marie Müller und Maria Kolek-Braun (Theologin und Meditation/Yoga-Lehrerin) haben uns als Mitfastende achtsam durch die Woche geführt.

 „Und  Männer, gab es keine?“
Doch, drei Männer von insgesamt 16 Teilnehmenden.

„Hm...“
   
Das Gespräch wurde aufgezeichnet von Eva Nyffenegger